Badepanne


Ich möchte euch was fragen.

Was haltet ihr vom Baden?

Ich machs gerne, muss ich sagen.

Bin nicht schlank, bin eher Tonne,

steig in die Wanne voller Wonne.

Die Verdrängung ist entscheidend

und der Eindruck meistens bleibend.

Ich sortiere meine Glieder,

gleite in das Nass hernieder.

Knapp bedeckt vom Badeschäumen

fang entspannt ich an zu träumen.


Aus Minuten werden Stunden.

Ich gebs zu ganz unumwunden

dass der Einstieg schon nicht leicht,

obwohl das Wasser eher seicht.

Die Frage ist, wie komm ich aus

der viel zu engen Wanne raus?

Ich kann nicht ewig sitzen hier

und nehm den Notgriff ins Visier.

Wenn ich meinen Körper spanne,

komm vielleicht ich aus der Wanne.


Was ich gedacht, wird gleich getan,

ich spanne alle Muskeln an.

Ich ziehe vorne, hinten drück ich,

drehe, strecke, winde, bück mich.

Langsam wird die Wanne leer,

dennoch bleibt die Rettung schwer.

Ich denke mir „wär doch gelacht“

und irgendwann ist es geschafft.

Bin verschwitzt von diesen Szenen,

muss wohl eine Dusche nehmen. 


(01/2021)

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Poetätlos


Ich werde niemals ein Poet,

dafür ist es längst zu spät.

Doch ich meine, manche kleine,

liebevoll gemeinte Reime,

augenzwinkernd dargebracht,

wenn darüber noch gelacht,

waren doch nicht schlecht gemacht. 


Spiel der Worte, jeder Sorte,

sind wie Sahne auf der Torte.

Manchmal treffend, doch auch öde,

eine Handvoll ziemlich blöde

aber immer lieb gemeint,

denn ich hab für euch gereimt.


Auch am Ende dieses Jahres

bringt das Reimen mir nichts Bares

Doch ich muss von Kunst nicht leben,

darf kostenlos den Kasper geben.

Danke, dass ihr mich ertragen 

und vor allem nicht geschlagen. 


(12/2020)

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Geschichten aus dem Märchenwald


Ein Frosch ein grüner, ungestümer,

war verdrossen, weil verschossen

in die Maid mit Königsblut.

Zusammen nahm er seinen Mut.

So sprach er an das Königskind:

„Gib ein Küsschen mir geschwind!“

„Ich bin ein Prinz mit goldner Krone

und auch im Bett ich dich nicht schone.“

Da schoss das Blut in ihre Lenden,

sie trug den Frosch in ihren Händen.

Sie drückte ihren Mund auf seinen,

er fing vor Glück fast an zu weinen.

Sie blies ihn auf und ließ ihn fliegen,

anstatt ihn hemmungslos zu lieben

So wurden niemals sie ein Pärchen,

denn sie glaubte nicht an Märchen.

(06/2020) 

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Froher Frost


Wenn wir über Schnee uns freuen und beim Kehren dann bereuen,

wenn wir Tannenbäume schlachten, obwohl wir doch die Umwelt achten,

wenn wir Menschen jetzt besuchen, die wir sonst im Jahr verfluchen,

wenn wir Leute nun beschenken, an die wir eher selten denken,

wenn wir große Vögel essen und jedes Maß dabei vergessen,

wenn wir uns nach Frieden sehnen und noch ein Gläschen Glühwein nehmen,

wenn wir uns mit Bärten schmücken, um die Kinder zu beglücken,

wenn wir sie mit kaltem Blute, dann bedrohen mit der Rute,

ist es soweit – ist Weihnachtszeit!!!

(12/2017)

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Schneewittchen

Schneewittchen wohnte hinter Bergen, wie alle wissen bei den Zwergen.

Sie war auf Äpfel sehr versessen und hatte den mit Gift gegessen.

Jetzt lag sie in dem Sarg aus Glas, vergiftet, tot, das war kein Spaß.

Nach langer Zeit erschien ihr Retter und lud den Sarg auf morsche Bretter.

Der Sarg fiel hin, Schneewittchen auch, mit voller Wucht auf ihren Bauch.

Der Apfel schoss aus Ihrem Mund, Schneewittchen lebte, war gesund.

Den Retter nahm Sie dann zum Mann und rührte nie mehr Äpfel an.

(09/2018)

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Weil es Wurst ist

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Ich hatte einen Traum,
lag unter einem Weißwurstbaum.
Senf und Weißbier hatten
kühlen Platz in Baumes Schatten.
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Ich die Würste einverleibte,
nachdem ich sie von Haut befreite.
Ohne Kauen aus dem Mund,
direkt hinein in meinen Schlund.
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Plötzlich wurde ich ganz weiß,
die erste Wurst war wirklich heiß.
Ich dachte kurz, ich müsste sterben,
und hörte lachen meine Erben.
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Da kam ein Mägdelein herbei,
sie fragte, was denn mit mir sei.
„Ich habe eine heiße Wurst,
setz dich hin, hast sicher Durst.“
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Das Mädchen war kurz irritiert,
dann aber völlig ungeniert.
Beherzt griff sie in meine Hose,
ich war sofort wie in Narkose.
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Sie wollte meine Wurst wohl kühlen,
fing an im Hosenstall zu wühlen.
Ich wollte ihren Eifer stoppen,
doch diesen konnte sie noch toppen.
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Ich kam sehr schnell, nicht was ihr meint,
ich kam darauf, war nur geträumt.
Verschwitzt lag ich in meinem Bett,
doch dieser Traum war wirklich nett.
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(01/2021)

 

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Die Schlaraffen


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Dick und faul sind die Schlaraffen,
Dümmlich sie ins Leere gaffen.
Vollgefressen regungslos,
Leben sinnfrei, kurios.
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Liegen da mit offnem Mund,
Honig fließt in ihren Schlund.
Gebraten Huhn fliegt durch die Luft,
Überall nur Fleisches Duft.
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Gibt es hier keine Schlaraffen?
Machen wir uns nie zum Affen?
Haben wir das Recht, zu lachen…?
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(01/2021)

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Früher ging ich frisch ans Werk, 

erklomm mit Freuden jeden Berg. 

Heute hat der Eifer Lücken, 

ich am Tagesende Rücken. 

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(07/2021)

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Will ich wirklich etwas schaffen
und ihr braucht jetzt nicht zu lachen,
mache ich mir einen Plan,
weil ich Pläne machen kann.
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Jetzt fehlt nur noch die Schaffenskraft,
ich spüre, dass hier jemand lacht.
Ihr wollt sehn, dass ich mich plage,
doch es gibt noch andre Tage.

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(04/2021)